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WORKSHOP - Pferdesehnen


ANMELDUNG und weitere INFOs unter:

https://www.pferdepraxis-zentralschweiz.ch/willkommen/workshop/ 

 

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Dr. med. vet. Stephanie Weber-Schön

(079 950 94 84, info@pferdepraxis-zentralschweiz.ch)

med. vet. Djamila Berthoud

(079 474 32 22, info@physiovet.ch)    


Pferdewarzen - ABC

Warzen beim Pferd resp. bei den Equiden (Esel eingeschlossen) sind sehr häufig. Aber was sind sie, und was kann/muss man tun?

 

Meistens handelt es sich um das „Equine Sarkoid“, wobei dies umgangssprachlich fälschlicherweise als Warze bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um den einen semimalignen Tumor (teilweise bösartig: sie wachsen lokal aggressiv ins gesunde Gewebe, entwickeln jedoch keine Metastasen/Ableger), der häufigste Hauttumor beim Pferd. Betroffen sind Pferde aller Rassen und jeden Alters, wobei z.B. Quarter Horses deutlich häufiger betroffen sind als Warmblüter. Es wird vermutet, dass eine Infektion mit dem rinderspezifischen Papillomavirus die Entwicklung eines Sarkoides ermöglicht. Es braucht dafür jedoch eine genetische Prädisposition. Zudem wird vermutet, dass ein vorhandenes Trauma als Kofaktor eine Rolle spielt. So kommen Sarkoide an stark beanspruchten Körperregionen wie der Sattelgurtlage und der Schenkelinnenfläche vermehrt vor. Es kann zudem beobachtet werden, dass nach einer Verletzung oder nach chirurgischen Eingriffen Sarkoide erneut oder vermehrt auftreten. 

Es gibt verschiedene Formen:

Typische Lokalisationen sind: Gesicht (um die Augen, Ohren), Achsel, Präputium/Schlauch, Zwischenschenkelspalt und Kniefalten

 

Therapie: Grundsätzlich müssen Sarkoide behandelt werden, wenn sie um oder direkt am Augenlid lokalisiert sind oder an allen Stellen wenn sie wachsen. Je kleiner sie sind, desto eher besteht die Chance, dass sie mit einer einmaligen Therapie verschwinden. Wartet man zulange ab, können sie sehr gross werden oder sich in eine bösartigere Form (fibroblastisches oder gemischtes Sarkoid) entwickeln. Solche Sarkoide neigen zu einer höheren Rückfallrate als z.B. okkulte oder verruköse Sarkoide.

Oft führt eine kombinierte Therapie (chirurgische, kombiniert mit medikamentöser Therapie oder Laser/Cryotherapie) zum besten Erfolg. Kleine okkulte und verruköse Sarkoide eignen sich gut für die alleinige medikamentöse Therapie (Antitumorale Salbe – zb. Aldara). Grössere sowie z.B. noduläre Sarkoide können gut chirurgisch entfernt und verschlossen werden. Sollten sich dann an der betroffenen Stelle erneute kleine Sarkoide entwickeln, kann sofort mit antitumoraler Salbe behandelt werden.

Laserchirurgie und Cryotherapien können im Zusammenhang mit einer Ersttherapie oder bei wieder auftredenden und/oder sehr grossen Sarkoiden angewandt werden.

Grundsätzlich hilft es, eine Therapie während den fliegenfreien Monaten und in einer sportlichen Pause zu planen. Zudem können Ekzem-Fliegendecken helfen, die Verbreitung des Sarkoides an anderen Körperstellen zu verhindern oder zu minimieren.

 

Oft tritt die Frage bezüglich eines Sarkoides im Zusammenhang mit einer Ankaufsuntersuchung auf, wobei die zukünftigen Pferdebesitzer sich mit der Entscheidung zum Pferdekauf sehr schwer tun. Grundsätzlich besteht ein gewisses Risiko, dass Pferde mit einem Sarkoid ein Problem entwickeln. Das Risiko ist aber sehr gering, wenn das Sarkoid klein ist, eine okkulte oder verruköse Form aufweist, noch nie therapiert wurde und nur an einer Stelle auftritt. Sarkoide um oder am Augenlid, sehr grosse und mehrere Sarkoide sowie fibroblastische und bösartige Formen sind problematischer bezüglich Therapie und bergen trotz einer guten Behandlung ein erhöhtes Risiko für Rückfälle.

 

Die richtigen „Pferdewarzen“ sind die sogenannten „Equine Papillome“, welche sich als mehrfach blumenkohlartige Knoten um die Nase und die Lippen ansammeln. Sehr selten treten sie an den Beinen auf. Typischerweise ist diese wie beim Menschen eine „Kinderkrankheit“, deshalb sind meist ein- bis dreijährige Pferde betroffen. Diese Pferdewarzen werden ebenfalls durch Papillomaviren verurscht, wobei es sich jedoch um eine pferdespezifische Form handelt (equines Papillomavirus Typ 1).

Diese Pferdewarzen werden in der Regel nur chirurgisch entfernt, wenn sie sehr gross und störend sind. Meistens verschwinden sie ohne Therapie von alleine. 

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Antibiotika - Info's für Pferdebesitzer

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Antibiotika retten Leben - sind aber nicht immer nötig
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Pferdeapotheke - allzeit bereit

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ZECKENALARM – Wie schlimm sind sie wirklich für die Pferde?

Zecken und zeckenassoziierte Krankheiten betreffen weltweit die Gesundheit von Mensch und Tier und sind für grosse ökonomische Verluste verantwortlich. Dadurch, dass Zecken Blut saugen, können sie diverse Krankheitserreger von Wirt zu Wirt übertragen. Beim Menschen sind die meist bekannten Krankheiten, welche von Zecken übertragen werden, die virale Hirnhautentzündung FSME (Frühsommer-Meningoencephalitis) sowie die bakterielle Hirnhautentzündung Borreliose (Lyme Disease). Zudem können Zecken beim Menschen eine lokale Reaktion mit einer starken Rötung verursachen.

 

Beim Pferd sind die klinisch bedeutsamsten Infektionskrankheiten die Piroplasmose sowie die Anaplasmose. Lokale Reaktionen sind oft nicht sehr stark und können mit lokaler Therapie behandelt werden. Für weitaus häufigere Diskussionen sorgt die Borreliose beim Pferd. Gerne wird sie als Ursache für mehrere Krankheitsbilder angesehen, wobei nur in ganz wenigen Fällen wirklich eine Borrelieninfektion diagnostiziert werden kann. Eine kurze Zusammenfassung der vorhin erwähnten Krankheiten liefert einen Überblick:

 

Piroplasmose: Weitverbreitete, besonders in den warmen Klimazonen auftretende, durch Zecken übertragende Blutparasiten. In der Schweiz sind vor allem Pferde in der Westschweiz oder aus dem Ausland betroffen. Dabei nisten sich die Parasiten in den roten Blutkörperchen ein, wobei es dabei zwei Typen gibt: Theileria equi und Babesia caballi. Oft sind die Pferde jahrelang bis lebenslänglich Träger der Piroplasmose. Erste Symptome treten nach 1-2 Wochen nach der Infektion auf und zeigen sich typischerweise in hohem Fieber, Fressunlust, Apathie mit erhöhter Herz- und Atemfrequenz. Zudem können eine Gelbsucht (Ikterus) sowie Schwellungen an Unterbrust, Schlauch und Gliedmassen (Ödeme) auftreten. In chronischen Fällen können Abmagerung, Leistungs- und Nachhandschwäche als einzige Symptome vorkommen. Die Diagnose wird mittels Blutuntersuchung gestellt, dabei wird der Erreger sowie die Antikörper nachgewiesen. In akuten Fällen können die Parasiten in den roten Blutkörperchen in einem Blutausstrich gesehen werden. Neben einer allgemeinen unterstützenden Therapie werden solche Pferde mit einem speziellen Medikament (Imidocarb) behandelt. Oft können so die Blutparasiten eliminiert werden, wobei bei den Theilerien keine Heilung (Elimination) erreicht wird. Solche Pferde bleiben lebenslänglich Träger und die Krankheit kann immer wieder ausbrechen.

 

Anaplasmose: Dabei handelt es sich um eine durch Zecken übertragene, bakterielle Infektionskrankheit (Anaplasma phagozytophila, früher Ehrlichia equi), wobei je nach Zeckenstadium und Saison das Vorkommen in der Schweiz bis zu 5.5% beträgt. Die meisten Fälle werden in der West-  und Ostschweiz beobachtet. Die Anaplasmen befallen dabei die weissen Blutkörperchen des Pferdes und führen zu hochgradigem Fieber, Depressionen, Fressunlust, Schwellungen von Gliedmassen (Ödeme), fleckenhaften Blutungen sowie Gelbsucht. Die Diagnose wird ebenfalls übers Blutbild und anhand der typischen Symptome gestellt. Die Anaplasmose kann mittels antibiotischer Therapie sowie Entzündungshemmung gut behandelt werden und hat somit eine gute Prognose. Wird diese nicht behandelt, so ist die Infektion nach 2-3 Wochen selbstheilend.

 

Borreliose: Über die von Borrelia burgdorferi verursachten bakteriellen Krankheit beim Pferd wurde in der Schweiz bisher kaum berichtet und bis Anfang der 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts sogar überhaupt nie. In Amerika wurde sie 1977 beim Menschen erstmals beschrieben und hat vor allem wegen arthritischem Leiden zunehmend an Bedeutung gewonnen und gehört in Amerika beim Menschen heutzutage zu den häufigsten, ansteckenden Krankheiten. In der Pferdemedizin gibt es nur wenige Fallbeschreibungen zur Borreliose. Es wird in den betroffenen Ländern zunehmend erkannt, dass bei vielen Pferde eine hohe Anzahl an Abwehrkörper (Antikörpertiter) festgestellt werden, ohne dass die Pferde krank sind. In der Schweiz wurde bei einem Pferd folgende Symptome beschrieben: Unkoordinierter Gang, Schwellungen der Gliedmassen, Fieber und Nesselfieber. Bei den weltweit beschriebenen Fällen wurden zusätzlich Gelenks- und Muskelentzündungen, sowie Abmagerung festgestellt. Die Behandlung von erkrankten Pferden erfolgt mit einer Antibiotikatherapie über eine längere Zeit.

Die allgemeine Meinung besteht aufgrund der Forschung und der rapportierten Fälle, dass Borrelien zwar oft vorkommen, jedoch in seltenen Fällen zu einer Erkrankung führen. Nichtsdestoweniger ist es angeraten, bei Pferden mit den beschriebenen Symptomen an die Möglichkeit einer Borrelienerkrankungzu denken und spezifische Untersuchungen durchzuführen. Wichtig ist dabei auch, eine gute Zeckenprophylaxe zu tätigen. Eine Impfung gegen Borreliose ist möglich, wobei nur ein Impfstoff weltweit zur Verfügung steht (dieser ist in der Schweiz nicht zugelassen).

 

Zeckenschutz: Weiden an Waldrändern vermeiden, auf den Waldwegen bleiben, regelmässiger Zeckencheck und bei einem Befall diese schnellstmöglich entfernen.

 


Equipalazone-Verbot für Nutztiere

Ab dem 1. April 2018 ist die Verabreichung von Phenylbutazone (Equipalazone®, Danilone®) bei Pferden, welche als Nutztier registriert sind, verboten. 

Sollte aus medizinischen Gründen eine Verabreichung nötig sein, so muss das Pferd als Heimtier deklariert werden. 

Weitere Informationen können Sie den folgenden Links und Dateien entnehmen.

Download
Merkblatt Pferdehalter
Merkblatt_Pferdehalter.pdf
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Registrierung Agate
Registrierung_Pferde_FAQ_DE.pdf
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