Phlegmone – Einschuss – Rotlauf....eine allbekannte Geschichte

Jedem Pferdebesitzer ist der Rotlauf vermutlich ein Begriff, da Pferde anfällig für eine solche Form einer Infektion sind. Dabei handelt es sich um eine bakterielle Entzündung des Unterhautgewebes. Die Hinterbeine sind häufiger betroffen als die Vorderbeine.  Meistens entstehen solche Infektionen nach einer kleineren Verletzung (das Alter und das Ausmass der Wunde spielt oft keine Rolle) oder im Zusammenhang mit entzündlichen Hautveränderungen (wie z.B. Mauke).

Eine Phlegmone kann hoch akut und in kurzer Zeit entstehen (über ein paar Stunden) oder sich langsam über ein bis zwei Tage entwickeln. Oft handelt es sich um eine zunächst leicht- bis mittelgradige Schwellung der Gliedmasse, welche sich derb, heiss und schmerzhaft anfühlt. Pferde sind oft stark lahm und übermässig berührungsempfindlich. Meistens sind betroffene Pferde apathisch, wollen sich nicht bewegen und fressen schlecht und zeigen Fieber (>38.4 °C). Bei hochgradigen Fällen kann die Haut an mehreren Stellen feuchte Stellen aufweisen und die Haut kann platzen in Folge der starken Schwellung und Entzündung. Gewisse Formen der Phlegmone können als primäre Lokalisation der Schwellung im Bereich der Achsel oder der Leistengegend aufweisen, welche meistens eine stärkere Schwellung der gesamten Gliedmasse mit sich nachziehen. Nicht selten sind dies hartnäckige und intensive Fälle und brauchen viel Pflege und Geduld, bis die Schwellung und die Infektion unter Kontrolle sind. Eine akute Phlegmone kann sich in eine chronische Form entwickeln, wobei Vernarbungen der Unterhaut zu einer bleibenden Schwellung der Gliedmasse führen können. Dabei kommt es zu einem reduzierten Lymphfluss, da die Lymphgefässe zerstört und/oder vernarbt sind und somit die überschüssige Körperflüssigkeit nicht mehr genügend abtransportieren können.

WICHTIG: Schwellungen im Bereich der Fesselbeuge können auch als Folge eines Hufabszesses auftreten.

 

Therapie: Antibiotika, Entzündungshemmer, Verbände (Röhrenverbände oder hohe Gliedmassenverbände) und/oder Bandagen, Kühlen mit dem Wasserschlauch, Bewegung im Schritt, manuelle Lymphdrainage

 

Prognose: gut, in seltenen und hochgradigen Fällen kann es zu einem chronisch dicken Bein oder sogar zu bleibenden Hautschäden kommen.